Die Notarin

unterhält eine Geschäftsstelle, oft auch umgangssprachlich als Notariat bezeichnet. Rechtsanwaltskanzlei und Geschäftsstelle der Notarin sind, obwohl sie in denselben Räumen betrieben werden, von einander unabhängig. Die Notarin erfüllt gesetzliche Aufgaben als unparteiische Amtsträgerin, so zum Beispiel

Grundstückskäufe- und verkäufe.
Hier ist die notarielle Beurkundung gesetzlich vorgeschrieben. Auch Vorverträge müssen beurkundet werden, wenn sie rechtswirksam sein sollen. Für Genehmigungen von bereits beurkundeten Verträgen oder Vollmachten in diesem Zusammenhang benötigen Sie die Notarin ebenso wie zur Beglaubigung von Unterschriften oder Fotokopien und bei der Bestellung von Grundschulden.

Auch die zur Beantragung von Erbscheinen erforderliche eidesstattliche Versicherung nimmt die Notarin unter Vergabe fester Termine auf. Das gleiche gilt für die Ausschlagung eines Erbes.

Die Beurkundung von Testamenten ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, bietet jedoch Vorteile: Das nach Ihren Vorstellungen von mir als Notarin eindeutig formulierte Testament wird bei Gericht hinterlegt, und der Erbe benötigt nur in seltenen Fällen einen Erbschein. Der Beweis, der Erblasser sei zum Zeitpunkt der Errichtung des Testamentes nicht geschäftsfähig gewesen, wird erschwert. Zudem ist die notarielle Beratung kostengünstiger als die durch einen Rechtsanwalt. Deshalb sollten Sie sich auch bei Nachfolgeregelungen zu Lebzeiten (vorweggenommene Erbfolge) der Notarin  anvertrauen.

Bei der Auseinandersetzung von Erbengemeinschaften kann die Notarin vermitteln, d.h. sie kann zur Einigung der Beteiligten beitragen, wenn diese das wünschen, und den Auseinandersetzungsvertrag beurkunden.

Durch die Erteilung einer Vorsorgevollmacht können Sie ein Betreuungsverfahren (früher Pflegschaft), das kostspielig und zeitraubend ist, vermeiden. Besonders wenn Grundstücke im Spiel sind, ist eine handschriftliche Vollmacht oder gar nur ein ausgefülltes und unterzeichnetes Formular nicht ausreichend.

Eheverträge sind ebenfalls beurkundungspflichtig. Der Notar berät – im Gegensatz zum Rechtsanwalt – ohne Partei zu ergreifen, wenn die Ehepartner sich im Wesentlichen einig sind. Im Scheidungs- oder Trennungsfall kann ein notarieller Vertrag erhebliche Kosten bei Gericht einsparen.

Die Kosten berechnen sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG), einem Gesetz, nach dem auch die Gerichte abrechnen. Sie sind oft günstiger als die Gebühren des Rechtsanwaltes.